Dürr bleibt eine Klasse für sich


Alphabriefe am 07.08.2012 – 17 mal gelesen.

Hier ist der Lack noch lange nicht ab. Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr (ISIN DE0005565204) präsentierte seine Zahlen zum 2. Quartal 2012 und schlug damit deutlich die Erwartungen des Marktes.

Beim Auftragseingang verbuchte Dürr mit 725 Mio. Euro ein Plus von 13% gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit lag der Konzern gut 5% über den Prognosen. Der Umsatz stieg um 41% auf 600 Mio. Euro und lag damit 3,1% höher als erwartet. Geradezu rekordverdächtig nimmt sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen aus. Hier erzielte man mit 42,7 Mio. Euro ein Wachstum von 77%. Die EBIT-Marge lag mit 7,1% ebenfalls auf Rekordniveau.

Dürr konnte im vergangenen Quartal deutlich von der ungehemmten Investitionswelle in der Autoindustrie profitieren. Dies bewies auch die Auftragslage, welche sowohl in den Wachstumsmärkten Asien und Südamerika als auch in Amerika und Europa sehr gut ist. Besonders der Auftragseingang ein Europa zeigte sich hier deutlich stärker als im Vorquartal. Ende Juni betrug der Auftragsbestand 2,39 Mrd. Euro. Damit ist die Auslastung bis weit ins nächste Jahr hinein gesichert. Anzeichen einer nachlassenden Nachfrage machen sich bisher nicht bemerkbar. Dennoch:

Dürr hat auch weiterhin ein wachsames Auge im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Der Konzern sieht sich jedoch gut gerüstet für den Fall, dass sich die Wolken am Konjunkturhimmel deutlich verdunkeln sollten. Bisher jedoch liegt Dürr deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) machte letzte Woche Woche die Zahlen der Branche hinsichtlich des Auftragseinganges für den Juni und das 2. Quartal publik. Demnach ergab sich auf Quartalsbasis unter dem Strich ein Minus von 6% im Inland gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf das Ausland bezogen betrug das Minus 5%. Dennoch zeigte sich hier ein abnehmendes negatives Momentum, da im Juni der Rückgang nur noch 1% betrug.

Überrascht zeigte sich der VDMA über einen Zuwachs von 18% im Juni bei den Euroländern. Zwar muss man hier mit einrechnen, dass es zuvor einen deutlichen Abschwung gegeben hatte. Dennoch halten wir es für ein gutes Signal, dass in der Euro-Zone wieder mehr investiert wird. So kann auch Dürr bei seinem Optimismus für das Gesamtjahr bleiben. Die EBIT-Marge im Geschäftsjahr soll weiterhin zwischen 6,5% und 7% liegen. Erst vor drei Wochen hatte man die Prognosen angehoben und geht von einem Auftragseingang von bis zu 2,5 Mrd. Euro und einem Umsatz von rund 2,3 Mrd. Euro aus. Sollte sich das Geschäft weiter so gut entwickeln, könnte es hier aber noch einen Nachschlag geben.

DUERR AG O.N. OnVista Chart
OnVista – mehr Informationen zur Aktie DUERR AG O.N.

Die Aktie konnte aus den neusten Zahlen noch nicht viel machen. Schuld daran war aber nicht Dürr, sondern das Marktumfeld und die große Enttäuschung, nachdem die EZB ihren Worten keine Taten hat folgen lassen. So befand sich die Aktie zuletzt in einer kleinen Korrekturdelle. Wir sind uns aber sicher, dass diese schnell wieder ausgebügelt werden könnte. In der Perspektive sollte hier die Marke von 60 Euro ins Visier genommen werden. Bleiben Sie drin.

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