Der deutsche Fernsehhersteller Loewe (ISIN DE0006494107) muss sich weiterhin gegen die harte Konkurrenz aus Asien behaupten. Das hinterlässt seit Jahr und Tag Spuren in der Bilanz. So verlief das letzte Geschäftsjahr für das Unternehmen nicht wie erhofft. Die Umsätze gingen zurück, und neben dem Konkurrenzdruck aus Asien trug auch die Schuldenkrise in Europa ihren Teil bei.
Im 1. Quartal dieses Jahres zeichnete sich jedoch eine deutliche Besserung ab. Zwar blieben die roten Zahlen, aber der Umsatz zog wieder an. Ein erster Achtungserfolg in einem Branchenumfeld, das derzeit mehr Schatten als Licht aufzuweisen hat. So kamen weitere negative Nachrichten aus Taiwan, einer Hochburg für Hersteller von LCD-Fernsehgeräten. Denn dort mussten taiwanesische Hersteller im 2. Quartal ein Absatzminus von 4% zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. Das wurde vom Markt natürlich so interpretiert, dass auch Loewe erneute Schwierigkeiten bekommen könnte. Aber das Unternehmen hat längst umgedacht und eine neue Produktoffensive entfacht. So wurde das gesamte TV-Sortiment neu strukturiert.
Agierte Loewe bisher ausschließlich im oberen Preissegment, so wurde jetzt eine neue Produktlinie mit dem Namen Connect ID eingeführt. Diese Geräte sind ab 1.500,00 Euro zu haben. Ziel ist es, eine jüngere Käuferschaft zu erreichen und die Zielgruppe damit deutlich zu verbreitern. 25% Wachstum im laufenden Geschäftsjahr sollen hiermit erreicht werden. Unterstützt wird das Ganze durch Veranstaltungen im Fachhandel und breit angelegte Kampagnen.
Gleichzeitig präsentierte man kürzlich eine neue Oberfläche bei Smart-TVs. Diese Geräte sollen die Verbindung zwischen klassischem Fernsehgerät und Internetfunktionalität schaffen. Dazu bedarf es natürlich besonderer Bedienungs-Oberflächen. Loewe hat das Potenzial bereits erkannt und ist in diesem Bereich aktiv.
Ein weiteres Highlight ist, dass sich der Kunde künftig sein maßgeschneidertes Gerät bei Loewe bauen lassen kann. Der Kunde stellt sein Gerät individuell zusammen und Loewe produziert dann genau dieses, auch in einer Auflage von nur 1 Stück. Diese neuen Geräte aus der Individual-Serie sollen spätestens zur IFA präsentiert werden.
Der Bereich der neuen Audiodesign Produkte läuft indes schon sehr gut. Sicher nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit mit Apple. So wird der „Air Speaker“ von Loewe auch im europaweiten Online-Vertrieb von Apple sowie in den Apple-Stores angeboten. Zuletzt heizte das auch wieder Übernahmegerüchte an, die von Loewe jedoch dementiert wurden. Die Märkte nahmen den Ball zu diesem Zeitpunkt dennoch auf und verhalfen der Aktie ein Stück nach oben. Dieser Effekt ist jedoch schnell wieder verpufft.
Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die weltweiten Wachstumsmärkte gelegt. In Bezug auf das europäische Ausland soll noch stärker mit Handelskooperationen zusammengearbeitet werden. Im deutschsprachigen Raum bleibt hier der Fokus auf die Partnerschaft mit dem Fachhandel.
Qualität hat ihren Preis, aber leicht wird es dennoch nicht. Schaut man sich die Zahlen an, so sind diese von 2008 bis 2011 rückläufig. Im Jahr 2008 betrug der Umsatz noch 374,0 Mio. Euro, 2011 waren es nur noch 274,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis sank von 28,5 Mio. Euro in 2008 auf -10,5 Mio. Euro in 2011.
Dieser Trend setzte sich auch bei der Dividende fort. Wurden im Jahr 2008 0,50 Euro je Aktie als Dividende gezahlt, waren es ein Jahr später nur noch 0,25 Euro. Die letzten beiden Jahre wurde dann gar keine Dividende an die Aktionäre gezahlt. Aber:
Wie das 1. Quartal 2012 bereits gezeigt hat, ist man auf einem guten Weg, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Insofern halten wir an unserem Investment fest. Nach dem Dementi hinsichtlich einer Übernahme durch Apple sackte der Kurs kurzzeitig ab. Dies war jedoch nicht von langer Dauer und eine Aufwärtsbewegung setzte ein. Loewe setzt sich mit seinen Problemen auseinander und steuert mit allen Mitteln dagegen. Das sollte sich auch an den kommenden Zahlen für das 2. Quartal ablesen lassen.
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