EU-Verlauf: Leichtes Minus


Moneycab am 26.07.2012 – 18 mal gelesen.

London – Die anhaltenden Sorgen um die Staatsschuldenkrise und überwiegend schwache Quartalszahlen haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Der EuroStoxx 50 sank gegen Mittag um 0,41 Prozent auf 2.150,21 Punkte. Für den CAC 40 in Paris ging es um 0,23 Prozent auf 3.074,80 Punkte nach unten und der Londoner FTSE 100 fiel um 0,24 Prozent auf 5.485,05 Punkte.

Besonders unter Druck standen die Titel von Telefonica, die am EuroStoxx-Ende um 6,06 Prozent auf 8,1320 Euro absackten. Der spanische Telekommunikationskonzern hatte angesichts der angespannten Lage in seinem Heimatland die Notbremse gezogen: In diesem Jahr werden die Aktionäre keine Dividende erhalten und es werden auch keine eigenen Aktien zurückgekauft. Ein Händler bezeichnete dies als “Desaster für alle, die gerade im Telekomsektor nach hohen Dividendenrenditen gesucht haben”. Analyst Robin Bienenstock von Bernstein Research sah in der Dividendenstreichung die Bestätigung der zunehmend schwierigeren Situation, in der sich Telefonica befinde. So sinke der Free Cashflow dramatisch.

Der französische Telekomkonzern France Telecom indes konnte in der ersten Jahreshälfte die Schwäche im Heimatmarkt durch Zuwächse in Spanien und anderen Ländern abfedern. Dies bescherte den Papieren ein Plus von 1,66 Prozent. Für die europäischen Telekomwerte ging es im Schnitt um 0,35 Prozent nach unten.

Auch die Pharmawerte notierten uneinheitlich. So fielen AstraZeneca um 1,44 Prozent. Das britische Unternehmen hatte im zweiten Quartal erneut die Konkurrenz von Nachahmermitteln für wichtige Medikamente zu spüren bekommen und einen herben Gewinneinbruch verbucht. Die Aktien von Roche fielen indes nur minimale 0,06 Prozent. Der schweizerische Pharmakonzern hatte im ersten Halbjahr wegen Kosten für den Konzernumbau einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht. Für die Papiere von Sanofi aber ging es um 0,89 Prozent nach oben. Der französische Branchenvertreter hatte im zweiten Quartal dank der Nachfrage nach Diabetesmitteln und dem Wachstum in den Schwellenländern mehr verdient als im Vorjahr.

Zweitbester Wert im Stoxx Europe waren die Aktien von ABB, die sich um 3,42 Prozent verteuerten. Der Schweizer Energie- und Automationstechnikkonzern kämpft zwar mit dem starken Dollar und der unsicheren Lage der Weltwirtschaft. Der Auftragseingang aber überzeugte die Anleger.

Den Spitzenplatz in dem Index aber nahmen die Papiere von Unilever ein, die um etwa fünf Prozent in die Höhe schnellten. Der weltweit zweitgrösste Konsumgüterkonzern hatte überraschend gute Halbjahreszahlen präsentiert. (awp/mc/upd/ps)

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