CH-Verlauf: Gewinne ausgebaut – Roche richtungslos


Moneycab am 26.07.2012 – 8 mal gelesen.

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Gewinne im Laufe des Vormittags leicht ausgebaut. Der Leitindex SMI forciert damit die knappen Aufschläge des Vortages und hat mittlerweile die 6’200-Punkte-Marke überschritten. Der Handel wird einem Marktkenner zufolge vom Zahlenreigen der Unternehmen getrieben. So legten mit Roche, ABB, Syngenta, Clariant, Logitech und Sika allein sechs Bluechips ihre Quartals- oder Halbjahresresultate vor, wobei die meisten als positiv oder zumindest neutral angeschaut wurden.

Am Nachmittag stehen dann noch verschiedene US-Daten auf der Agenda, welche die Märkte noch bewegen könnten. Derweil ist die Euro-Krise weiter im Fokus. Italien steht an den Finanzmärkten nämlich weiter unter Druck: So musste das hochverschuldete Euroland abermals hohe Zinsen für frisches Kapital zahlen. Bei einer Versteigerung zweijähriger Nullkupon-Anleihen (Zerobonds) lag die zu zahlende Rendite auf dem höchsten Stand seit November 2011.

Bis um 12.10 Uhr steht der Leitindex SMI 0,41% höher bei 6’206,25 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt derweil 0,10% auf 912,78 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,26% auf 5’738,60 Punkte.

Angeführt wird die SMI/SLI-Liga weiterhin von den ABB-Papieren (+3,4%), denen aber etwas Schwung abhanden gekommen ist. Das vom Industriekonzern vorgelegte Ergebnis wird in Marktkreisen als solide bezeichnet. Der operative EBITDA sei zwar innerhalb der Erwartungen ausgefallen, die Marge sei wegen des unter den Prognosen gebliebenen Umsatzes aber besser als erwartet gewesen. Die verpasste Umsatzprognose sei indes nicht so tragisch, da sich die Sorgen der Investoren vor allem um die Margen gedreht hätten, hiess es.

Im Fokus liegen zudem die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche (-0,2%), der mit den vorgelegten Zahlen die Markterwartungen zum Teil deutlich übertroffen hat. Allerdings drehten die Titel nach einer festeren Eröffnung ins Minus und zeigen um die Mittagszeit keine klare Richtung. Analysten heben hervor, dass die vorgelegten Zahlen den bisherigen positiven Trend in der Geschäftsentwicklung untermauern würden. Die Konkurrenzpapiere von Novartis (-0,2%) verlieren ebenfalls.Die Papiere des weltgrössten Nahrungsmittelherstellers Nestlé (+1,3%) erhalten derweil vom Branchenkollegen Unilever Support, der nach Zahlenvorlage den Euro-Stoxx anführt.

Zu den grossen Gewinnern zählen auch Syngenta (+2,1%), die im Handelsverlauf weiter an Boden gut machten. Beim Semesterausweis streichen Analysten die soliden Zahlen hervor. Die bestätigte Guidance sowie die positive Sicht auf die zweite Jahreshälfte würden vom Markt gut aufgenommen. Der Einfluss von Währungseffekten sollte sich voraussichtlich im zweiten Halbjahr verringern, darüber hinaus würden weitere Kosteneinsparungen erzielt.

Überdurchschnittliche Avancen verzeichnen zudem Sika (+1,6%). Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin lag mit der Umsatz- und Ertragsentwicklung im Rahmen der Erwartungen. Grössere Überraschungen seien ausgeblieben, kommentieren Analysten. Auch die Aussagen zur Entwicklung der Margen und der Rohmaterialpreise würden sich mehr oder weniger mit der Erwartungshaltung des Marktes decken.

Swatch (+0,3%) können den Aufwärtsschwung seit dem Zahlenrapport am Dienstag halten, in Richemont (-0,7%) würden dagegen die Gewinne der Vortage vermehrt zum Kasse machen genutzt, hiess es.

Clariant (-4,2%) enttäuschten mit dem Zahlenkranz vor allem bei der Entwicklung auf den Stufen EBITDA und EBIT, hiess es. Die organische Umsatzentwicklung wird hingegen mehrheitlich als gut beurteilt. Allerdings bleibe vorerst unklar, inwiefern einmalige Sonderfaktoren für die Differenz des Reingewinns zu den Konsensschätzungen verantwortlich zu machen seien. Möglicherweise müsse die Gewinnüberraschung diesbezüglich mit Vorsicht genossen werden, wird eingeschoben.

Einen starken Kurseinbruch verzeichnen Logitech (-5,9% auf 8,43 CHF), die vom Tagestief bei 7,80 CHF aber wieder zurückgekommen sind. Analysten zeigten sich enttäuscht über die Geschäftsentwicklung des zurückliegenden Quartals. Die Restrukturierungskosten seien zwar etwas tiefer als befürchtet ausgefallen, auf den Stufen EBIT und Reinergebnis habe aber ein deutlich höher als prognostiziert ausgefallener Verlust resultiert.

Bei den Finanzwerten notieren die Banken UBS (-1,7%) und CS (-0,1) in der Verlustzone.

Im breiten Markt veröffentlichten Temenos (+4,9%), Basler und Walliser Kantonalbank (unv./-0,3%) oder Autoneum (+2,1%) ihre Halbjahreszahlen. Ausserdem hat Galenica (-3,4%) Verzögerungen bei der Zulassung für Ferinject in den USA vermeldet. (awp/mc/upd/ps)

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