Unter der Lupe: Reckitt Benckiser


myDividends am 19.06.2012 – 27 mal gelesen.

Der britische Konzern Reckitt Benckiser (ISIN: GB00B24CGK77) hat eine große Tradition und deutsche Wurzeln. Vor fast 190 Jahren gründete Johann Adam Benckiser eine Salmiakhütte in Pforzheim, später tat er sich mit dem Chemiker Ludwig Reimann zusammen. Damit war der Grundstein gelegt für den heutigen Konsumgüter-Multi. 1999 schließlich fusionierte Benckiser  mit Reckitt & Colmann zur heutigen Reckitt Benckiser.

Der Firmensitz liegt in Slough, einem Ort westlich von London. Heute ist Reckitt Benckiser ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel. Darüber hinaus hat Reckitt Benckiser ein Standbein im Bereich Health und Personal Care. Zu den Produkten zählen u. a. Air Wick, Calgon, Clerasil, Kukident, Durex, Sagrotan oder auch Scholl Pflaster.

Die größten Wettbewerber sind Procter & Gamble, Johnson & Johnson oder auch Henkel. Reckitt Benckiser bezeichnet sich selbst gern als „David gegen Goliath“. An der Spitze des Unternehmens steht Rakesh Kapoor. Der gebürtige Inder will die Firma vor allem bekannter machen. Der Werbeetat liegt bei etwas mehr als einer Milliarde Euro.

An Reckitt Benckiser hält übrigens die deutsche Milliardärsfamilie Reimann einen Anteil von 10,5 %. Der Clan unternahm kürzlich einen erfolglosen Versuch, den amerikanischen Kosmetikkonzern Avon zu übernehmen. Das Putzmittel-Imperium steigerte den Nettoumsatz im Jahr 2011 um 13 % auf 9,48 Mrd. Pfund (ca. 11,76 Mrd. Euro). Der Nettoertrag kletterte um 11 % auf 1,12 Mrd. Pfund (ca. 1,39 Mrd. Euro). Die 19 stärksten Marken des Konzerns tragen dabei insgesamt zu zwei Drittel zum Jahresumsatz bei.

Insgesamt war es das zwölfte Jahr in Folge mit kontinuierlichem Wachstum. Auch 2012 will das Unternehmen stärker als der Markt wachsen. Der Fokus wird dabei zusehends auf die Schwellenländer gesetzt, wo ein größeres Wachstumspotential besteht als in den Industrieländern. Bis 2016 soll mindestens die Hälfte des Kernumsatzes aus diesen Regionen stammen.

Reckitt Benckiser zahlte für das Gesamtjahr 2011 insgesamt eine Dividende von 125 Pence (ca. 1,55 Euro). Gegenüber dem Vorjahr (115 Pence) war dies ein Anstieg um 8,7 %. Die Ausschüttung erfolgt in zwei Tranchen. Beim derzeitigen Aktienkurs von 42,63 Euro liegt die aktuelle Dividendenrendite damit bei 3,63 %. Im Jahr 2002 betrug die Jahresdividende noch 25,5 Pence (ca. 31,6 Eurocent). In den folgenden zehn Jahren wurde die Dividende dann jedes Jahr erhöht.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit knapp 13 % im Plus. Zum 18. Juni 2012 wurde der Wert in den Stoxx Europe 50 Index aufgenommen. Reckitt Benckiser übernahm den Platz des Bankkonzerns Credit Suisse. Analysten verweisen auch gerne auf Reckitt Benckiser als potentiellen Übernahmekandidaten für Wettbewerber wie Procter & Gamble oder Unilever, obwohl das Unternehmen dies stets dementiert.

Werner W. Rehmet – Chefredakteur MyDividends.de

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