ROUNDUP: Sanierung von Thalia drückt Douglas in die roten Zahlen


Blick Log am 09.05.2012 – 42 mal gelesen.

HAGEN (dpa-AFX) - Der Sanierungsfall Thalia hat den Handelskonzern Douglas im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gedrückt. Von Oktober 2011 bis März dieses Jahres fiel für den Konzern, zu dem neben der Buchkette Thalia noch die Douglas-Parfümerien, die Modehäuser AppelrathCüpper und die Süßwarenkette Hussel gehören, ein Verlust von 63 Millionen Euro an. Da die noch kommenden Quartale traditionell ohnehin kaum einen Beitrag zum Ergebnis leisten, dürfte auch das Gesamtjahr rot sein. Die Aktionäre des Hagener Unternehmens müssen deshalb voraussichtlich auf eine Dividende für dieses Jahr verzichten, wie Douglas am Mittwoch mitteilte. Die im MDax notierte Douglas-Aktie verlor bis zum Mittag 0,6 Prozent. Der Markt sei bereits auf die Nachrichten eingestimmt gewesen, sagten Börsianer.

Thalia ist einer der größten Buchhändler Deutschlands. Allerdings verliert das Unternehmen wie die gesamte Branche bereits seit geraumer Zeit Kunden an Internethändler wie Amazon . Thalia konnte deswegen in den vergangenen zwei Jahren seine Kapitalkosten nicht mehr verdienen und muss umdenken. Das eigene Online-Angebot baut das Unternehmen aus und verknappt die Fläche seiner Filialen. Zum Teil werden diese untervermietet oder es werden andere Sortimente wie Geschenkartikel ins Programm genommen. Bei einigen Standorten kommt Thalia eventuell um eine Schließung nicht herum. Zuletzt hatte Thalia angekündigt, 15 der bundesweit 300 Filialen auf den Prüfstand zu stellen.

Die Kosten für die Sanierung bekam Douglas vor allem im zweiten Quartal zu spüren. Insgesamt verbuchte der Konzern einen Sonderaufwand von 165 Millionen Euro zwischen Januar und März. Der Großteil entfiel dabei auf Wertberichtigungen. Das zweite Quartal, das normalerweise ohnehin eher schwach ausfällt, verzeichnete deshalb einen Verlust von 155 Millionen Euro.

Beim Umsatz konnte Douglas hingegen zulegen. Dazu trug auch das in diesem Jahr frühe Ostergeschäft bei, das in das zweite Quartal fiel. In den ersten sechs Monaten verbesserte sich der Umsatz um 2,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren die Douglas-Parfümerien in Deutschland sowie die Juwelierkette Christ.

Seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr passte Douglas an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dürfte nun eher am unteren Ende der prognostizierten Bandbreite von 200 bis 250 Millionen Euro ausfallen. Wegen der hohen Restrukturierungskosten gehe der Vorstand zudem aus heutiger Sicht von keiner Dividende für das Geschäftsjahr 2011/12 (Ende September) aus, hieß es. Der Umsatz soll weiterhin leicht auf über 3,4 Milliarden Euro steigen.

Unklar ist immer noch, wie es mit dem Konzern weiter geht. Die Gründerfamilie Kreke liebäugelt damit, den Konzern von der Börse zu nehmen. Zuvor müsste sie aber über die notwendige Anzahl von Aktien verfügen. Deswegen wird derzeit geprüft, mit Hilfe von Finanzinvestoren weitere Anteile hinzuzukaufen. Ob es zu einer Übernahme kommt, steht aber noch nicht fest. Auch Großaktionär Erwin Müller hat die Möglichkeit, seinen Anteil an Douglas aufzustocken. Über Optionsgeschäfte könnte er in den nächsten Monaten eine Beteiligung von über 25 Prozent aufbauen. Ob er dies vor hat, ist nicht bekannt.

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