ROUNDUP 2: HeidelbergCement bleibt trotz Quartalsverlust zuversichtlich für 2012


am 03.05.2012 – 62 mal gelesen.

(Neu: Aussagen aus der Hauptversammlung)

HEIDELBERGCEMENT (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist im ersten Quartal aufgrund kräftig gestiegener Energiekosten tiefer in die Verlustzone gerutscht als noch im Vorjahr. Für das Gesamtjahr zeigte sich Unternehmenschef Bernd Scheifele dennoch zuversichtlich. „Wir sind, was den Ausblick angeht, einen Tick optimistischer als noch im Februar“, sagte er auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Heidelberg. Insgesamt werde die Baustoffbranche von den drei großen Megatrends Bevölkerungsanstiegs, Verstädterung und Infrastrukturausbau profitieren. „Es wird nicht mit weniger, sondern nur mit mehr Beton gehen."

Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das im Dax notierte Unternehmen. Demnach peilt HeidelbergCement erneut Zuwächse bei Umsatz sowie Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) an.

HeidelbergCement habe sich in einem schwierigen Umfeld besser geschlagen habe als die Wettbewerber wie etwa Lafarge aus Frankreich und die Schweizer Holcim , sagte der HeidelbergCement-Chef. Hier wirke sich auch aus, dass der weltweit drittgrößte Baustoffhersteller in den europäischen Krisenstaaten kaum und in den politischen Unruheherden der Erde nicht vertreten sei. Im Nachmittagshandel gaben die Aktien um mehr als drei Prozent nach. Der Quartalsverlust sei höher ausgefallen als erwartet, hieß es.

SCHWELLENLÄNDER BOOMEN

Von einem anhaltend starken Wachstum geht HeidelbergCement vor allem in Indonesien und Indien, aber auch in Osteuropa, insbesondere in Russland und der Ukraine, aus. Auch in Afrika rechnet der Konzern mit weiteren deutlichen Zuwächsen. Der Baustoffkonzern betreibt unter anderem in Tansania, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo Produktionsanlagen.

In Nordamerika rechnen die Heidelberger mit einer steigenden Nachfrage aus dem Wirtschaftsbau, aber auch mit einer Erholung im privaten Wohnungsbau. Zudem will HeidelbergCement von dem Baustoffbedarf der Rohstoffindustrie in Kanada und den USA profitierten. Zwar geht das Unternehmen in West- und Nordeuropa von einem weiteren Wirtschaftswachstum aus, erwartet aber aufgrund des milden Winters im Vorjahr einen leichten Nachfragerückgang.

SPARKURS BLEIBT

Trotz aller Zuversicht will Scheifele den Sparkurs beibehalten, um höhere Energie- und Rohstoffpreise auszugleichen. Deshalb erhöhte HeidelbergCement erst jüngst das Einsparziel für den Zeitraum 2011 bis 2013 von 600 Millionen auf 850 Millionen Euro erhöhen. Zudem plant HeidelbergCement, weitere 150 Millionen Euro in der Logistik bis 2014 einzusparen. Zudem will der Konzern die höheren Kosten über Preiserhöhungen weitergeben.

Auch die Nettoverschuldung soll weiter sinken, um vor allem eine bessere Bewertung bei den Ratingagenturen zu erhalten. Unter anderem soll der Verkauf von Randgeschäften noch stärker vorangetrieben werden. Ende März betrug die Nettoverschuldung 8,4 Milliarden Euro. Trotz der Sparbemühungen will HeidelbergCement die Kapazitäten in den Schwellenländern weiter ausbauen.

ENERGIEKOSTEN BELASTEN

HeidelbergCement ist im ersten Quartal aufgrund kräftig gestiegener Energiekosten tiefer in die Verlustzone gerutscht als noch im Vorjahr. Zudem belasteten ein kalter Jahresstart in Europa, höhere Frachtkosten sowie Reparaturen an Öfen das Ergebnis. Der Verlust nach Minderheiten betrug 204 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 161 Millionen Euro betragen. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 16 Prozent auf 214 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von einer guten Nachfrage in Asien, aber auch in Nordamerika.

Anlegervertreter kritisierten die große Spanne zwischen Umsatz und operativem Ergebnis. Siegfried Pfündel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz mahnte, bald wieder zur Rentabilität der Vorkrisenzeit zurückzukehren. Außerdem kritisierten die Anleger die geringe Dividendenausschüttung von 19 Prozent. „Mir ist klar, dass die Dividende immer noch schwäbisch ist, der Trend geht aber eindeutig in Richtung einer Dividendenausschüttung von 30 bis 35 Prozent des Gewinns“, versprach Scheifele.

Weiterlesen...

 
  1. Zeit
    Aktuelle Nachrichten
    Teaser
  2. 18.05.

    Unternehmen sitzen auf 3‘500 Mrd. USD Cash-Positionen

  3. 18.05.

    Multinationale Konzerne und Arbeitsstandards

  4. 18.05.

    Verluste beim Goldpreis legen eine Pause ein!

  5. 18.05.

    Warren Buffett und 16 ... (Tim Schaefer)

  6. 18.05.

    Transocean: Icahn-Gruppe erlangt VR-Sitz – 2,24 USD Dividende

  7. 18.05.

    Günther und Daniel über Strabag und die komplette Neueinschätz...

  8. 18.05.

    XING – «Möchten unsere Umsätze bis 2016 verdoppeln»

  9. 18.05.

    17.05: Gold - dreistellige Notierungen bis Jahresende?

  10. 18.05.

    Erste-Analysten mit Senf zu RHI, Strabag, OMV, Post, Flughafen...

  11. 18.05.

    EMFIS.COM - Grundloser Gold- und Silber-Crash?

  12. 18.05.

    17.05: Dialog Semiconductor klettert konsequent gen Norden

  13. 18.05.

    17.05: HeidelbergCement weiter auf Klettertour

  14. 18.05.

    Old-fashioned Austerity

  15. 18.05.

    US-Schluss: Erneut Rekordmarken bei Dow und S&P 500

  16. 18.05.

    Fitch senkt Bonitätsnote von Slowenien um eine Stufe auf “BBB+”


blog comments powered by Disqus