RBS auch im ersten Quartal mit Verlaust - Rückzahlung staatlicher Garantien
am 04.05.2012 – 73 mal gelesen.
LONDON (dpa-AFX) - Die seit der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of
Scotland (RBS)
Vorstandschef Stephen Hester äußerte sich zufrieden über den Jahresauftakt. Die Bank mache weiter "exzellente Fortschritte" beim Beseitigen der Fehler der Vergangenheit. Die Liquidität sei wieder stärker und die Bank nun in der Lage, in der kommenden Woche den letzten Teil der staatlichen Garantieren aus der Finanzkrise an die britische Regierung zurückzugeben. Zudem könne die Bank nun wieder mit der Zahlung von Dividenden auf Vorzugsaktien beginnen. Eine entsprechendes Verbot der Europäischen Union war vor einem Monat abgelaufen. Nach Angaben der Bank liegen für die Ausschüttung 350 Millionen Pfund bereit.
Die RBS ist einer der größten Sanierungsfälle weltweit. Der seit Ende 2008 amtierende Vorstandschef Hester sagte einmal, sein Job sei es, die größte Zeitbombe in der Geschichte zu entschärfen. Insgesamt musste das Institut wegen der Finanzkrise mit gut 45 Milliarden Pfund aus der Staatskasse gerettet werden. Das einstige Vorzeigeinstitut der britischen Bankbranche gehört seitdem zu mehr als 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Die Bank hat inzwischen 700 Milliarden Pfund an Risiko aus ihrer Bilanz genommen und 35.000 Stellen gestrichen.
Die Neubewertung der eigenen Schulden ließ im ersten Quartal die Fortschritte aber noch nicht ganz unten in der Bilanz ankommen. Dieser umstrittene Bilanzierungskniff hatte im vergangenen Jahr das Ergebnis vieler internationaler Banken geschönt. Dabei tun sie so, als ob sie bestehende Schulden zu den aktuellen Konditionen aus dem Markt zurückkaufen könnten. Sinkt in schlechten Zeit der Wert der Schuldverschreibungen, könnten die Banken sie theoretisch günstiger zurückkaufen. Das verbuchen sie dann als Gewinn. In guten Zeit wie im ersten Quartal wiederum steigt der Wert dieser Papiere an, so dass der Rückkauf teurer würde. Dies belastet dann die Bilanz.
Eine zusätzliche Belastung musste die RBS für die Fehlberatung von Kunden
verbuchen. Sie legte dafür weitere 125 Millionen Pfund beiseite, nachdem sie
bereits 850 Millionen Pfund im vergangenen Jahr für Schadensersatzansprüche
zurückgestellt hatte. Auch die Konkurrenten Lloyds
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