ROUNDUP: Unicredit trotz riesigem Jahresverlust mit neuem Mut


am 27.03.2012 – 51 mal gelesen.

MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 9,2 Milliarden Euro, wie das Institut am Dienstag in Mailand mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Mutter der HypoVereinsbank noch 1,3 Milliarden Euro verdient. Bereits im dritten Quartal hatte Unicredit Abschreibungen von fast zehn Milliarden Euro auf Geschäfte in Kasachstan und der Ukraine vorgenommen. Hinzu kamen Belastungen aus der Euro-Schuldenkrise. Auf ihr Engagement in griechischen Staatsanleihen schrieb die Bank 2011 insgesamt 310 Millionen Euro ab. Mit einem Überschuss von 114 Millionen Euro im vierten Quartal übertraf das Unternehmen aber nun die Erwartungen von Analysten.

Vorstandschef Federico Ghizzoni lobte das operative Geschäft der Bank. Es habe angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten seine Belastungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Ohne die Abschreibungen und Einmaleffekte hätte die Bank nach eigenen Berechnungen einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Ghizzoni stellte besonders die Erholung des Geschäfts auf dem Heimatmarkt heraus. Künftig soll das laufende Sparprogramm die Ertragskraft des Konzerns weiter steigern. Auf dem Prüfstand steht vor allem das Geschäft in Osteuropa. Bereits im November hatte die Bank quasi über Nacht die in München bei der HypoVereinsbank ansässige Aktienanalyse eingestellt.

SEIT KAPITALERHÖHUNG GEHT ES AUFWÄRTS

Bei der größten italienischen Bank ist die Zuversicht inzwischen wieder gewachsen. Vor allem die gigantischen Liquiditätshilfen der Europäischen Zentralbank machen ihr Mut, dass das Schlimmste der Euro-Schuldenkrise überwunden ist. Die Bank hatte sich bei dem ersten Dreijahrestender der EZB im Dezember zwischen 10 und 15 Milliarden Euro besorgt, bei der zweiten Geldspritze der Notenbank im Februar dann nach eigenen Angaben weniger geliehen. Von ihrem Finanzierungsbedarf für dieses Jahr hat Unicredit nach eigenen Angaben 30 Prozent geschafft.

Zudem gelang es der Bank, mittels einer für die gebeutelten Aktionäre schmerzhaften Kapitalerhöhung im Januar 7,5 Milliarden Euro einzusammeln und damit die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA zu erfüllen. Inzwischen sind aber auch die Anleger wieder optimistisch. Seit der Kapitalerhöhung, die die Aktie Anfang Januar auf ein historisches Tief von 2,286 Euro drückte, hat der Börsenkurs wieder um rund 70 Prozent zugelegt. Am Markt kamen die aktuellen Zahlen gut an. Die Aktie legte nach Bekanntgabe zu.

HYPOVEREINBANK MIT GEWINNRÜCKGANG BEI PRIVATKUNDEN

Im Privatkundengeschäft der HypoVereinsbank ging der Vorsteuergewinn um 12,7 Prozent auf 72 Millionen Euro zurück, konzernweit legte er hingegen um 7,6 Prozent auf 304 Millionen Euro zu. Im Investmentbanking, das ebenfalls größtenteils in München konzentriert ist, blieb der Gewinn mit knapp 2,5 Milliarden Euro fast stabil.

Die zweitgrößte italienische Bank, Intesa SanPaolo , war im vergangenen Jahr ebenfalls wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf Beteiligungen mit 8,2 Milliarden Euro in die Verlustzone gestürzt. Operativ war das Geschäft aber erstaunlich stabil geblieben.

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