ROUNDUP: Versicherer Zurich gleicht mit Anlagepolitik Katastrophenlasten aus


am 16.02.2012 – 49 mal gelesen.

ZÜRICH (dpa-AFX) - Mit einer geglückten Anlagepolitik hat der Schweizer Versicherer Zurich die immensen Katastrophenlasten des vergangenen Jahres mehr als ausgeglichen. Obwohl die Überschwemmungen in Thailand das Ergebnis im vierten Quartal vermasselten, stand für das Gesamtjahr unter dem Strich ein Überschuss von 3,8 Milliarden US-Dollar (2,9 Mrd Euro) - das sind zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen mit einer stabilen Dividende von 17 Franken an dem Erfolg teilhaben, wie am Donnerstag bekannt wurde. Im Zurich-Verwaltungsrat soll auch künftig der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sitzen.

Die Zurich-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Nachdem der Versicherer im vierten Quartal schwächer abgeschnitten hatte als von Experten erwartet, verlor das Papier an der Schweizer Börse 1,42 Prozent auf 229,70 Franken.

Trotz der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten gelang es dem Versicherer im vergangenen Jahr, netto eine Kapitalanlagerendite von 4,8 Prozent zu erwirtschaften - und damit 0,7 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Einschließlich nicht realisierter Gewinne und Verluste blieb sie mit 5,4 Prozent stabil. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen legte um 17 Prozent auf 9,37 Milliarden Dollar zu.

Unterdessen schrumpfte das Eigenkapital des Konzerns um ein Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar. Im Eigenkapital muss Zurich solche Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen verbuchen, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung eingehen.

Im eigentlichen Versicherungsgeschäft mussten die Schweizer heftige Belastungen verkraften. Großschäden kosteten den Konzern 3,6 Milliarden Dollar, davon mehr als eine Milliarde für die Überschwemmungen in Australien und Thailand, die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie den Wirbelsturm "Irene" in den USA. Der operative Gewinn sank um zwölf Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.

Unterdessen wollen die Schweizer ihren Firmennamen stärker auf das Versicherungsgeschäft zuschneiden. Statt "Zurich Financial Services Group" soll der Konzern künftig "Zurich Insurance Group" heißen, damit sich das Geschäftsmodell deutlicher im Namen niederschlägt.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der das größte deutsche Kreditinstitut Ende Mai verlässt, soll seine Funktion bei dem Schweizer Versicherer weiterhin behalten. Wie zwei andere Mitglieder des Gremiums soll er für eine neue Amtszeit wiedergewählt werden. Ob Ackermann dann auch den Vorsitz des Gremiums übernimmt, ließ Zurich offen. Über seine Wiederwahl und die Umbenennung des Konzerns sollen die Aktionäre bei der Generalversammlung am 29. März entscheiden.

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