ROUNDUP: BHP Billiton wird nach Gewinnrückgang vorsichtiger


am 08.02.2012 – 60 mal gelesen.

MELBOURNE (dpa-AFX) - Wachsende Konjunktursorgen in China und Europa lassen den weltgrößten Bergbaukonzern BHP Billiton vorsichtiger werden. Nach dem ersten Gewinnrückgang seit zwei Jahren rechnet der Vorstand kurzfristig mit keiner Trendwende, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Schwankungen auf dem Rohstoffmarkt dürften angesichts der ungelösten Schuldenkrise in Europa anhalten. Hinzu komme die Abkühlung des Wirtschaftsbooms in China und Indien. Das lastet auf den Preisen. Die Erholung in den USA und Japan könne das nicht wettmachen.

Auf lange Sicht bleibt BHP aber optimistisch. Um den erwarteten Bedarf vor allem der Schwellenländer zu decken, hat der Konzern ein 80 Milliarden US-Dollar schweres Investitionsprogramm für fünf Jahre aufgelegt, mit dem Minen erschlossen oder ausgebaut werden sollen.

In der ersten Hälfte seines Ende Juni auslaufenden Geschäftsjahres sank der Gewinn um 5,5 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar. Es war der erste Rückgang seit der Wirtschaftskrise 2009. Damit schnitt BHP noch etwas schlechter ab als von Analysten erwartet worden war. Dennoch erhöht der Konzern seine Zwischendividende um fast 20 Prozent auf 55 Cent je Aktie.

Zwischen Juli und Dezember waren die Metallpreise an der Londoner Börse um 20 Prozent gefallen. Zudem belasteten gestiegene Kosten und Produktionsausfälle in einigen wichtigen Abbaustätten das Ergebnis. Um mehr als die Hälfte brach der operative Gewinn bei Metallrohstoffen wie Kupfer ein. Dagegen legte die Eisenerzsparte - seit langem die Geldmaschine des Konzerns - noch einmal um mehr als ein Drittel zu.

Der geplante Zusammenschluss des Konkurrenten Xstrata und des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore <8GC.FSE> beunruhigt BHP-Chef Marius Kloppers nach eigenem Bekunden nicht. Das werde seine Strategie nicht ändern. "Wir investieren nur in erstklassige und langlebige Projekte", sagte Kloppers. "Wir wollen zudem die Transparenz bei der Preisgestaltung in unserer 'Branche erhöhen - das unterscheidet uns vom Glencore-Teil des Zusammenschlusses Glencore-Xstrata."

Für mögliche Übernahmen habe BHP selbst genug Geld auf der hohen Kante, sagte Kloppers. Allerdings war der Konzern zuletzt mit einigen Versuchen am Widerstand von Kartellbehörden gescheitert - etwa beim Griff nach dem kanadischen Kaliförderer Potash oder beim geplanten Zusammenschluss seiner australischen Erzaktivitäten mit denen des Konkurrenten Rio Tinto . Vor allem Eisenerz, Kokskohle, Schiefergas und Kali hat BHP als Wachstumsbereiche definiert, während das Diamentengeschäft zur Disposition steht. Keine großen Investitionen sind zudem bei Nickel und Aluminium geplant.

Auch Rio Tinto setzt stark auf Eisenerz. Am Mittwoch kündigte der Konzern an, für 3,4 Milliarden US-Dollar seine Produktion in Westaustralien auszubauen. So soll die Kapazität von derzeit 225 Millionen Tonnen pro Jahr auf 356 Millionen Tonnen 2015 steigen.

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