Morgan Stanley: Ausblick auf 2012 & 2013
Eintrag vom: 30.11.2011
Ein Bericht von Morgan Stanley blickt auf die ökonomischen Entwicklungen in den Jahren 2012 und 2013 für die gesamte Welt. Ein Team unter Leitung von Joachim Fels erstellte ein Update zu dem bereits vorhandenen Bericht über die globale Wirtschaftsleistung. Dabei sanken sie ihre globale Erwartung der Leistung von 3,8% auf 3,5%. Besonders in der Eurozone sind die Zahlen rückläufig. Die Analysten gehen bereist jetzt von einer Rezession aus.
Sie rechnen damit, dass die europäische Führung bald einschreiten wird und in Richtung einer Fiskalunion schreiten wird. Auch die Vereinigten Staaten sind gezwungen zu handeln. Wird an diesen Fronten versagt, droht eine erhebliche Rezession, die nicht nur in den USA und in Europa ihre Wellen schlägt, sondern weltweit die Wirtschaftsleistung drücken wird. Noch haben sie einen Untergang des Euros mit einbezogen, doch sie betonen eindeutig, das dies katastrophale Auswirkungen hätte und im Vergleich zu 2008/2009 erheblich größer ausfiele.
Für die Entwicklung des BIP der Eurozone gehen sie von -0,2% für das nächste Jahr aus. Dieses Jahr waren es noch 1,6%. Im Jahre 2013 soll es wieder anwachsen, jedoch nur auf 0,9 Prozent. Erst ab 2014 wird es den Berechnungen zu Folge wieder über ein Prozent steigen.
Die private Kaufkraft wird zwar nicht ins Minus rutschen, doch von derzeit 0,7% auf 0,2% sinken und im Jahr 2013 sich langsam mit 0,5% erholen. Sie sinkt, obwohl sie eine Preissenkung erwarten, denn die Inflation soll zurückgehen. Von derzeit erwarteten 2,7% auf 1,5% (2012) bzw. 1,3% für 2013. Die Kerninflation wird sich nur leicht auf 1,1% senken (2011: 1,4%) und ein Jahr später etwas steigen auf 1,2%. Die Lohnentwicklung wird auf -0,5% fallen. Die privaten Spareinlagen werden dennoch nur leicht um 0,3% abnehmen (2012:12,2%; 2013: 12,1%).
Die Kapitalaufwendungen werden laut Morgan Stanley auf -1,5% sinken, somit ins Minus rutschen. Da sie dieses Jahr mit 2,1 Prozent gerechnet haben, ist die ein Verlust von 3,6%. Im Jahr 2013 wird es sich auch nur um einen Prozent auf 0,5% verbessern.
Auf Grund des Sparzwangs, werden die öffentlichen Ausgaben in den beiden kommenden Jahren jeweils um 0,2% ins Minus rutschen. Im Gegenzug steigen jedoch die Arbeitslosenzahlen. Die Quote wird von derzeit erwarteten 10,1% fast um ein Prozent in 2012 auf 11,0% und ein Jahr später nochmals leicht auf 11,2% steigen.
Die Staatsschulden im Euroraum werden sich weiter verschlimmern und gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf 91,0% in 2012 und 92,2% (2013) steigen. Von der EZB erwarten sie eine baldige Zinssenkung auf 0,5% im neuen Jahr und für 2013 wieder eine Anhebung auf 1,25%. In den letzten Tagen wurden auch immer wieder die deutschen Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit kritisch beobachtet. Nicht zu Unrecht, denn Morgan Stanley erwartet eine Renditesteigerung von 0,45% auf 2,20 Prozent im nächsten Jahr und für 2013 gar eine Rendite von 3 Prozent.
Quelle: Morgan Stanley



