Buffett über die Euro Krise

Eintrag vom: 30.11.2011
Das Euro-System hat eine Schwachstelle, die repariert werden muss. Das sagt US-Investment-Guru Warren Buffet in einem Interview im amerikanischen Fernsehen. Die Schwachstelle umschreibt er so: Jene 17 Länder, die ihre Landeswährung aufgegeben haben, um die Gemeinschaftswährung Euro einzuführen, haben sich durch diesen Schritt die Möglichkeit genommen, Staatsanleihen in ihrer Landeswährung auszugeben. Aus diesem Grund sei die aktuelle Krise für diese Länder so schwer zu bewältigen, analysiert Buffett im Interview mit dem Sender CNBC. Die aufgezeigte Schwachstelle existiert schon seit der Euro-Einführung. Sie wird allerdings erst jetzt sichtbar, weil die Euro-Länder tief in der Euro-Krise stecken.
Buffett: US-Schuldenkrise mit der aktuellen Lage in Europa nicht vergleichbar
Auch Buffets Heimatland USA hat derzeit ein großes Schuldenproblem. Die amerikanische Staatsverschuldung ist enorm. Wenn es um den Abbau des Schuldenbergs geht, sind sich die großen politischen Lager der USA alles andere als einig. Die Situation in den Vereinigten Staaten sei mit der Krise in Europa allerdings auf keinem Fall vergleichbar, sagt Milliardär Buffett. Den großen Unterschied erklärt der weltbekannte Investment-Experte so: Die amerikanischen Politiker haben jederzeit die Möglichkeit Anleihen in ihrer eigenen Landeswährung US-Dollar auszugeben. Sie halten das Heft des Handelns also noch in der Hand, was von den 17 Regierungen der Euro-Länder nicht behauptet werden kann. Ihre Landeswährungen existieren nicht mehr, seitdem der Euro eingeführt worden ist.
Worte reichen nicht: Europas Regierungschefs müssen Taten setzen
Ein eindeutiges Rezept für den Weg aus der Euro-Krise kennt allerdings auch Buffet nicht. In dem Interview fordert er die Spitzenpolitiker der Euro-Länder auf, endlich Taten zu setzen. Derzeit werde eher eine Politik der großen Worte gemacht, die allerdings nicht ausreichend sei. Die von ihm aufgezeigte Schwachstelle im grundlegenden System der Euro-Länder lasse sich auf diesem Weg nicht korrigieren, sagt Buffett. Der Investment-Guru stellt fest: Eine Neuaufstellung des Euro-Systems ist dringend notwendig. Ein engeres Zusammenrücken der Euro-Länder sei eine der Optionen. Stichwort: Gemeinsame Wirtschaftsregierung der Euro-Länder.
Buffett: Ob der Euro überleben wird, ist nicht sicher
Für die Zukunft des Euros zeichnet Warren Buffett ein ähnlich düsteres Bild, wie viele seiner Kollegen. Gegenwärtig bestünden Zweifel, dass der Euro überleben wird, so der Top-Experte im Interview mit dem Sender CNBC. Wenn es allerdings um Investments in europäische Unternehmen geht, klingen seine Worte optimistischer. Viele der Firmen seien gut aufgestellt, deren Aktienkurse seien aber in den vergangenen Krisen-Monaten deutlich gefallen. Dies sieht Buffett als guten Zeitpunkt für ein Investment. Er persönlich habe erst unlängst den Kauf einer europäischen Aktie beauftragt.


