Lesen Sie das Interview: Weidmann warnt vor EZB-Intervention
Eintrag vom: 13.11.2011
Morgen spannender Tag an den Börsen - Weidmann warnt vor EZB-Intervention
Der morgige Tag wird ein sehr spannender in der Eurozone und für die EZB. Wie reagiert der Markt auf die Ereignisse vom Wochenende? Wird es eine Stabilisierung geben? Gibt der Rücktritt Berlusconis neues Vertrauen? Und vor allem eins, greift die europäische Zentralbank ein oder nicht?
Genau das ist die Frage. Wenn sie eingreift, wann macht sie es? Die Zeichen stehen auf eine EZB als Retterin in der Not. Doch dies widerspricht den deutschen Vorstellungen der EZB bzw. von Zentralbanken an sich! Dies bekräftigte Bundesbankpräsident Jens Weidmann in einem Interview mit der Financial Times. Er sagte: "Das Eurosystem ist Kreditgeber der letzten Instanz für solvente, aber illiquide Banken. Es darf jedoch nicht Kreditgeber der letzten Instanz für Staaten sein, weil das eine Verletzung von Artikel 123 des EU-Vertrags wäre. Ich sehe nicht, wie man die Stabilität einer Währungsunion absichern soll, indem man ihre rechtlichen Vorgaben verletzt."
In dem am Freitag geführten Interview sprach er von politischen Problemen innerhalb Italiens. Deren Lösung ist nicht Aufgabe der EZB. Die Aufgaben seien schließlich klar definiert und dies gehöre nicht dazu. Die Zentralbank solle „dysfunktionale Märkte“ retten und kräftigen, jedoch erkenne er in Italien keinerlei Dysfuntionalität an den Märkten. Die Probleme habe einzig und allein die Regierung zu verantworten und dementsprechend auch zu tragen. Der EFSF kann nur Zeit kaufen und dann müssen sich die Regierungen Europas auf eine Lösung einigen.
Herr Weidmann hat die deutsche Meinung zu dieser Frage klar verdeutlicht. Berlin geht noch immer nur von einer Vertrauenskrise und zu hohen Staatsschulden aus. Die deutsche Regierung sieht die EZB keineswegs als Retterin in letzter Not! Kommt es zu einer großen Intervention der Zentralbank, geschieht dies gegen die Meinung der Regierung Merkel. Damit wird die Kanzlerin noch mehr Bauchschmerzen bekommen, als sie jetzt schon hat!



