150 Millionen Euro-Strafe für US-Insiderhändler


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 10.11.2011

Elf Jahre Gefängnis und über 150 Millionen Euro

Seit der Finanzkrise 2008 sind Wall-Steet-Spekulanten zur Zielscheibe geworden. Ihnen wird vorgeworfen, die Krise durch verantwortungsloses Handeln mit Wertpapieren die Krise herbeigeführt zu haben. Das zeigt auch der Fall des US-Insiderhändlers und Hedgefond-Gründers Raj Rajaratnam. Gestern wurde gegen ihn in Manhatten eine Strafe verhängt, die nur leicht zu verdauen ist. In einem Zivilverfahren entschied der Richter, dass die einstige Wall-Street-Größe nun rund 92,8 Millionen Dollar zahlen müsse. Allein diese Summe ist beeindruckend. Doch der Fall erhält seine Brisanz erst dann, wenn man zusätzlich die 63,8 Millionen Dollar hinzurechnet, zu denen Rajaratnam bereits zuvor verurteilt worden war. Das ist noch nicht alles, denn neben der Zahlung der exorbitanten Summen muss der ehemalige Hedgefonds-Manager für elf Jahre ins Gefängnis.

Illegale Aktiengeschäfte

Rajaratnams Vergehen liegt im illegalen Aktienhandel, die der Spekulant anhand Insiderinformationen getätigt hat. Dabei waren ihm einige Tippgeber zu Diensten, die zu jener Zeit bei mehreren börsennotierten Unternehmen tätig waren. Mit den internen Informationen, die Rajaratnam zugespielt wurden, gelang es diesem erfolgreich zu spekulieren und schließlich Gewinne einzufahren, die sich in dem Bereich bewegt hatten, in dem nun auch die Strafe festgesetzt wurde. Der Schwindel flog schließlich auf, wobei die US-Börsenaufsicht dahinter kam und sofort Klage erhob. Mit Rahajaratnam gehen auch seine Komplizen unter, mit deren Hilfe der Hedfonds-Manager in seinen besten Zeiten rund sieben Millionen Dollar erschwindelte. Sein Hedgefond Galleon stieg zu einem der größten der Zunft auf, und Rajaratnams Privatvermögen wuchs ebenfalls. Mit 1,5 Milliarden Dollar belegte er im Jahr 2009 den 236. Platz in der Forbes-Liste.

Jagd auf den Wall-Street-Gangster

Um den Verdächtigen zu kriegen, gingen die amerikanischen Behörden unkonventionell vor. Sie mussten in diesem Fall auf Techniken zurückgreifen, die eigentlich bei der Jagd auf Drogendealer, Terroristen oder Mafiosi zum Einsatz kommen. Genauso wie bei dieser Klientel wurden auch Rajaratnams Telefongespräche aufgezeichnet, sodass die Ermittler alle wichtigen Details aus dem Mund des Verdächtigen auf Band hatten und diese als Beweismaterial vor Gericht vorlegen konnten. Zudem wurden prominente Zeugen vorgeladen, zu denen beispielsweise der Chef von Goldman Sachs Lloyd Blankfein gehörte. Schließlich konnte kein Zweifel daran bestehen, wie stark die kriminelle Energie war, die der aus Sri Lanka stammende Hedgefonds-Manager aufgewendet hatte, um sich zu einem der reichsten Männer der Welt zu machen.

 

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