Welche Art von Bankinstitut ist die Bad Bank?


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 07.09.2011

Beispiel „Hypo Real Estate“

Die Hypo Real Estate ist ein Beispiel dafür, welche Auswirkungen die letzte Finanzkrise für die Finanzmärkte hatte. Im Zuge der Bankpleiten im Jahre 2009 stellte sich heraus, dass auch der Hypo Real Estate ein ähnliches Schicksal drohte. Um die Bankholding zu retten, wurde sie anschließend kurzerhand verstaatlicht. Ursache für ihre schlechte Lage waren verschiedene Wertpapiere mit hohem Ausfallrisiko. Großteil der damals als „faule Papiere“ bezeichneten Produkte waren Derivate oder Zertifikate, die auf Werten anderer Papiere beruhten. Im Jahr 2010 entschloss sich die Bundesregierung, Wertpapiere und Kredite der nun staatlichen Hypo Real Estate an eine Abwicklungsbank zu übertragen. Diese war kurz zuvor gegründet worden und trug nun den Namen FMS Wertmanagement.

Aufgaben der Bad Bank

Mit der Übernahme der riskanten Wertpapiere rettete FMS Wertmanagement die Hypo Real Estate und wurde von nun an als Bad Bank bezeichnet. Der keinesfalls prestigeträchtige Titel der Bank wird auf die schlechten Papiere selbst zurückgeführt. Diese möglichst schadensmindernd abzuwickeln, ist die Aufgabe einer Bad Bank. Alle mit den jeweiligen Papieren in Verbindung stehenden Kreditforderungen richten sich somit zukünftig an eine derartige Abwicklungsbank. Dabei wird der Kaufpreis in Bezug zum Nominalwert des jeweiligen Kredits gesetzt. Anschließen ist von diesem die Summe der Verluste abzuziehen, die zu erwarten sind.

Bad Bank als Instrument

Hinter einer Bad Bank steht in den meisten Fällen der Staat, der in ihr ein geeignetes Instrument zur Schadensminderung sieht. Dabei kommt die Bad Bank einer Deponie gleich, in die schlechte Finanzprodukte abgeschoben werden. Aufgrund der vielfältigen Verzweigungen im Finanzwesen ist das die einzige Möglichkeit, Finanzmärkte durch Abbau schlechter Wertpapiere und Kredite zu bereinigen. Hauptziel ist aber, ganz bestimmte Finanzinstitute vor der Insolvenz zu retten. Grund dafür ist meistens die Befürchtung, dass mit ihnen auch die Gesamtwirtschaft von negativen Auswirkungen bedroht ist. Mit Zusammenbruch einer Bank können viele Unternehmen eine Quelle der Selbstfinanzierung verlieren. Tritt das ein, verlieren viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz. Der dadurch verursachte volkswirtschaftliche Schaden kann große Ausmaße annehmen. Gleichwohl ist die Bad Bank als Instrumentarium sowohl marktwirtschaftlich als auch ordnungspolitisch zweifelhaft. Nicht wenige Fachleute beklagen in diesem Zusammenhang den dadurch entstehenden Anreiz für Banken, ihre Fehler schnell zu vergessen und genau wie zuvor weiterzumachen.

 

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