Ist die Euroinflation schädigend für die Geldanlage?


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 07.09.2011

In Deutschland wird täglich spürbar, dass die Preise für Lebensmittel ansteigen. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten verursachen eine leichte Inflation. Welche Ausmaße diese noch annimmt, kann momentan nicht vorhergesagt werden. Eine Intensivierung würde bedeuten, dass die Anlagemärkte ihre Teilnehmer verlieren würden. Denn Sparen ist in Zeiten der Inflation ein sicherer Schritt in den Bankrott. Da sich das Geld täglich entwertet, ist das Anlagekapital nach Ablauf der Laufzeit von geringerem Wert. Eine längerfristige Inflation würde schließlich auch einen negativen Einfluss auf den Wechselkurs haben. Für Länder außerhalb des Euro-Raums wäre die Gemeinschaftswährung schlicht zu teuer. Tritt das ein, wären die Renditeaussichten auch auf den internationalen Märkten schlecht.

Sicherheitsmaßnahmen

Für solche Szenarien hatten die Regierungschefs der Mitgliedsländer vorgesorgt. Sie bauten einige Sicherheitselemente in das Europäische Währungssystem. Ein solches ist zum Beispiel die Europäische Zentralbank, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat. Von Anfang an besteht die Aufgabe dieser wichtigen Institution in der Bewilligung niedriger Inflationsraten. Die einzelnen Nationalstaaten haben auf Entscheidungen dieses Charakters keinen Einfluss mehr. Die Geldpolitik ist Sache allein der Europäischen Währungsunion, was eine gute Grundlage für die Währungsstabilität ist. Wäre den einzelnen Nationalstaaten die Möglichkeit geblieben, in Bezug auf die Geldpolitik Einfluss zu nehmen, würden sie oftmals aus anderweitigen politischen Gründen schnelle Entscheidungen treffen. Für die Währungsstabilität ist das verheerend, weil dadurch keine langfristig stabile Geldpolitik betrieben werden kann. Ausgewogener ist dies jedoch, wenn sie zentral reguliert wird. Mit der Europäischen Zentralbank ist diese Möglichkeit gegeben.

Solide Haushaltspolitik

Die Gründung einer Europäischen Zentralbank hat aber noch einen weiteren positiven Effekt. Betroffen davon sind die Mitgliedstaaten selbst. Sie werden dazu gebracht, ihre Haushaltspolitik ordentlich zu betreiben und möglichst keine Schulden zu machen. Denn diese werden in manchen Fällen von der Zentralbank nicht mitfinanziert. Auf das Ziel der Schuldenbegrenzung haben sich die Mitgliedstaaten selbst geeinigt, als sie vor Gründung der Europäischen Währungsunion den Stabilitäts- und Wachstumspakt schlossen. Mit neuer Schuldenaufnahme würden sie schließlich gegen diesen Pakt verstoßen. Durch dieses Netz aus gegenseitigen Verpflichtungen und zentraler Regulierung durch die Zentralbank ist für ein Mindestmaß an Währungsstabilität gesorgt. Anleger brauchen sich daher keine Sorgen über den Anstieg des Euros zu machen. Zwar kann er immer wieder ansteigen, doch zu einer immensen Hyperinflation wird es im Euro-Raum nicht kommen.

 

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