Geld verdienen mit der Schuldenkrise?


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von Jan Gärtner

Eintrag vom: 28.08.2011

Für Top-Anleger eine reale Möglichkeit. Während viele Privatleute in den Turbulenzen der Schuldenkrise um ihr Erspartes fürchten, können erfahrene und risikobereite Anleger sogar fallende Kurse in Gewinne verwandeln. Das erfordert neben hoher Risikobereitschaft –unter Umständen droht der Totalverlust- allerdings auch eine Menge Kapital, die nur Profis aufbringen können. Sie investieren zum Beispiel in Kreditausfallversicherungen, sog. Credit Default Swaps (CDS). Dabei handelt es sich um eine Versicherung auf Staatsanleihen, deren Wert steigt, wenn aus Sicht der Märkte die Gefahr einer Pleite steigt. So kann man derzeit für 2,4 Millionen Euro griechische Staatsanleihen im Wert von 10 Millionen Euro absichern. Eine in Verruf geratene Möglichkeit sind Leerverkäufe: Hierbei verkaufen Investoren eine Aktie, die sie gar nicht besitzen, in der Hoffnung auf einen fallenden Kurs. Dadurch machen sie beim Rückkauf Gewinn. Zur Zeit bieten sich hierfür Aktien zum Beispiel von solchen Banken an, die stark in den Schuldenländern engagiert sind. Viele Staaten haben die Möglichkeit von Leerverkäufen allerdings eingeschränkt, da sie dadurch eine Verschlimmerung der Lage angeschlagener Unternehmen oder Staaten befürchten. Ist man Future-Besitzer, hat man das Recht, z.B. den Dax zu kaufen – zu einem vorher festgelegten Termin und Preis. Steht der Dax zu diesem Zeitpunkt höher, macht der Käufer einen Gewinn. Praktisch wird dabei der Punktestand in Euro umgerechnet und die Differenz von tatsächlichem und vereinbartem Kurs vom Verkäufer an den Besitzer überwiesen. Weitere riskante Möglichkeiten, die von Profis genutzt werden, sind Knock-Out-Zertifikate und Optionsscheine, mit denen man sowohl auf steigende wie auch auf fallende Kurse wetten kann. Erstere gehören zu den Hebel-Produkten: Sie entwickeln sich wie die zugrunde liegende Aktie oder Anleihe, kosten aber weniger. Erreicht der Basiswert eine vorher definierte Knock-Out-Schwelle, bedeutet das den Totalverlust. Dasselbe gilt für Optionsscheine, wenn der Basiswert am Laufzeitende über dem vereinbarten Kaufpreis steht.

Für Kleinanleger bleibt neben Gold und Währungen (derzeit besonders beliebt ist der Schweizer Franken) das Instrument des Zertifikats: Mit dem Bonus-Zertifikat lässt sich auf steigende, mit dem Reverse-Bonus-Zertifikat auf fallende Kurse setzen. Bonus-Zertifikate bilden den Verlauf eines Basiswertes ab. Steigt der Basiswert, gewinnt auch das Zertifikat an Wert. Wenn der Basiswert bis zum Laufzeitende nicht unter eine vorher festgelegte Grenze gefallen ist, gibt es einen Bonus. Beim Reverse-Bonus-Zertifikat liegt die Bonus-Schwelle über dem aktuellen Kurs des Basiswerts. Risiko: Es verliert umso mehr an Wert, je höher der Basiswert steigt.

 

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