Finanzielle Ziele, die jeder erreichen sollte
Eintrag vom: 16.09.2011
Kennen Sie das: Sie wachen morgens mit leichten Kopfschmerzen auf, Ihr Blick fällt auf das über den Nachttisch verstreute Kleingeld, und Sie fragen sich: Hab ich gestern Abend in der Kneipe wirklich so viel ausgegeben?
Wenn Sie sich kaum erinnern können, betrachten Sie es von der positiven Seite: Sie hatten wahrscheinlich einen schönen Abend. So sollte es ja auch sein, und das bisschen Kopfweh nimmt man gern in Kauf. Nur leider leidet auch Ihre finanzielle Gesundheit unter solchen Eskapaden. Damit das in Zukunft kein Problem mehr ist, braucht Ihr finanzielles Leben Struktur, und um die zu planen zu können, sind feste Ziele von Nöten. Hier wollen wir Ihnen einige solcher Ziele vorstellen, mit deren Hilfe Sie auch weiterhin unbesorgt feiern können.
Nr. 1: Bezahlen Sie Ihre Konsumschulden
Ebenso wie man Häuser besser auf festem Untergrund baut, kann man sein finanzielles Leben schlecht auf den tönernen Füßen seiner Konsumschulden aufbauen. Mit „Konsumschulden“ sind hier diejenigen Schulden gemeint, die zur Bezahlung von nicht notwendigen Konsumgütern wie z.B. elektronischem Spielzeug aufgenommen werden. Das sind oft Kreditkartenschulden, es kann aber auch das geleaste Auto sein, das man sich eigentlich nicht leisten kann. Wenn Ihre finanziellen Verpflichtungen bereits Ihr Vermögen übersteigen, dann ist Ihr Ziel, zurück auf Null zu kommen. Das klappt so: - Erstellen Sie einen realistischen Zeitplan. Man kann in dieser Situation keine 10.000 Euro innerhalb von zwei Monaten abzahlen. Es wird aber auch in hundert Jahren nichts damit, wenn sie sich auf den Minimalsatz beschränken. Daher: Überlegen Sie, welchen Betrag Sie aufbringen können, und erstellen Sie damit einen realistischen Zeitplan. Wenn Sie nicht gerade unter einem Berg von Schulden begraben sind, sollten das weniger als fünf Jahre sein. - Geben Sie nicht gleich auf, wenn Sie mal einen schlechten Monat haben. Manche Leute werfen gleich ihren kompletten Diätplan über den Haufen, nur weil sie einmal dagegen verstoßen haben und vor lauter schlechtem Gewissen glauben, er würde jetzt eh nichts mehr bringen. Es ist menschlich, Fehler zu machen – also stellen Sie sich drauf ein, dass auch Sie einmal gegen Ihren Zahlungsplan verstoßen werden. Solche Dinge passieren einfach, das ist kein Grund, alles aufzugeben. Denken Sie an das größere Ziel. - Wenn Sie können, arbeiten Sie mehr. Suchen Sie sich einen Teilzeitjob, oder machen Sie Überstunden. Das macht keinen Spaß, und niemand hat Lust darauf, aber Sie werden sich sofort besser fühlen, wenn Sie bald Ihren Schulden beim Verschwinden zusehen können.
Nr. 2: Legen Sie einen Notgroschen an
Nichts wirft einen mehr zurück als unvorhergesehene Ausgaben, etwa durch Arbeitsplatzverlust, einen Unfall, Krankheit oder Ähnliches. Wenn einen so etwas trifft, ohne dass man auf ein Notfallkonto zugreifen kann, steht man ganz schnell wieder vor demselben Schuldenberg. Die meisten Finanzplaner plädieren für eine Summe, mit der man drei bis sechs Monate lang seine Lebenshaltungskosten bestreiten kann. Das klingt viel, erst recht, wenn man gerade noch bei Null steht. Aber man baut seine Spareinlage ja auch nicht über Nacht auf. Richten Sie dafür ein extra Konto ein, auf das jeden Monat ein Teil Ihres Gehalts überwiesen wird. Dieses Konto sollte so beschaffen sein, dass Sie nicht einfach darauf zugreifen können, wenn Ihnen gerade danach ist. Wenn es eine kleine Rendite abwirft, schön, aber Sie wollen dieses Geld nicht hauptsächlich vermehren, sondern für schlechte Zeiten bewahren. Und wenn im Leben (neben dem Tod und Steuern) eines sicher ist, dann ist es der Regen, der kommt, wenn wir uns gerade in die Sonne gelegt haben.
Nr. 3: Bauen Sie auf Immobilien
Die Berichte über Zwangsvollstreckungen in den letzten Jahren lassen den Häuserkauf nicht mehr ganz so vielversprechend erscheinen. Und die Tatsache, dass so viele Leute eine Menge Geld mit Immobilien verloren haben, bedeutet doch, dass es sich um eine höchst riskante Anlage handelt – oder? Nun ja, sie kann riskant sein – wenn Sie sie nicht richtig handhaben. Diese Leute haben ihr Geld verloren, weil sie sich auf viel zu hohe Hypotheken eingelassen haben (sie haben einfach zu viel Haus gekauft), oder sie haben den Wert ihres Hauses als Bankautomat genutzt und Kredite darauf aufgenommen.
Man kann das auch besser machen. Immobilien waren immer eine sehr gute Langzeitinvestition und haben, im Gegensatz zu einem Anlagefonds, sogar einen praktischen Nutzen – letztendlich kann man in einem Anlagefonds nicht wohnen.
Wenn Sie also ein Haus kaufen, tun Sie es mit offenen Augen. Ein Haus zu besitzen bedeutet mehr Kosten als nur die der Hypothek, hinzu kommen noch Versicherungen, Steuern und die Instandhaltung des Ganzen. Aber wenn das alles in Ihr Budget passt und Sie ein dem angemessenes Haus gefunden haben, wird das Wachstum des Immobilienmarktes sich für Sie auszahlen.
Nr. 4: Legen Sie 10% Ihres Bruttoeinkommens für die Rente an
Die Meisten hassen es, für den Ruhestand zu sparen, und zwar aus zwei Gründen: 1. Sie hassen es, Geld derart beiseite zu legen, dass sie für eine lange Zeit scheinbar nichts davon haben, weil sie es nicht ausgeben können. 2. Sie hassen es, dadurch zuzugeben, dass sie irgendwann alt sein und in Rente gehen werden, um dann mit 40km/h zum Sonderpreis-für-Frühaufsteher-Frühstück zu tuckern. Also: Nennen Sie es nicht „Rente“. Sagen Sie einfach „langfristiges Sparen“ dazu. Wie auch immer Sie es nennen, es ist etwas, dass Ihnen helfen wird, in den goldenen Jahren auch wirklich das Seniorenfrühstück zu bekommen und nicht Katzenfutter.
Wenn Sie an ihrem Arbeitsplatz keine betriebliche Altersvorsorge haben, können Sie eine der großen Kapitalanlagegesellschaften damit beauftragen, ein Versorgungskonto für Sie einzurichten. Lassen Sie sich dabei durch die suboptimale Performance des Aktienmarkts in den letzten Jahren nicht ins Bockshorn jagen – Sie wollen ja nicht spekulieren, sondern Ihr Geld über einen langen Zeitraum vermehren. Und dazu ist ein breit gefächertes Portfolio sehr gut geeignet.
Nr. 5: Versichern Sie sich gegen Risiken
Wenn es Ihnen gelingt, schuldenfrei zu werden, einen Notgroschen zurückzulegen, für das Alter vorzusorgen und ein Haus zu kaufen – dann kann man Ihnen nur gratulieren. Sie stehen damit besser da als 98% der Menschen auf der Welt. Ihre letzte Herausforderung besteht jetzt darin, dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt. Dazu müssen Sie sich der möglichen Katastrophen, die Sie gefährden könnten, bewusst sein. - Wenn Ihnen etwas zustößt, können Sie nicht arbeiten und damit natürlich auch nichts verdienen. Legen Sie sich also eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung zu. - Wenn Sie einen Partner und Kinder haben, die auf Ihr Einkommen angewiesen sind, werden diese im Falle Ihres Todes Probleme bekommen. Schließen Sie daher eine passende Lebensversicherung ab. - Wenn Sie ein Auto benötigen, um zur Arbeit zu kommen, brauchen Sie im Falle eines Totalschadens ein Neues. Stellen Sie sicher, dass Ihre Autoversicherung das abdeckt.
Versicherungen gehören zu diesen Dingen, für die wir ungern Geld ausgeben. Und natürlich geben wir alle viel lieber Geld für Sachen aus, die Spaß machen. Das nennt sich finanzielle Freiheit – und wenn Sie unsere Tipps beherzigen, kommen Sie auch dahin.



