Reallöhne in Deutschland auf Talfahrt


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von Andre Westkamp

Eintrag vom: 06.11.2011

Ein Sinken um 1,5 Prozent

In den letzten Tagen wurden negative Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum abgegeben, doch noch befindet sich Deutschlands Wirtschaft in einer soliden Verfassung. Die Arbeitnehmer bekommen davon jedoch nur wenig mit, denn ihre Reallöhne sinken. Zu diesem Ergebnis ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gekommen. In dem Zeitraum 2008 bis 2010 sei demnach das monatliche Realeinkommen der Mittelständler um 1,5 Prozent gesunken. Wird der Bezugszeitpunkt weiter nach hinten verlegt, so fällt das Ergebnis noch viel besorgniserregender aus. Denn seit 2005 hat sich das Realeinkommen um 7 Prozent reduziert. War in jenem Jahr noch ein durchschnittliches Realeinkommen in Höhe von 2087 Euro typisch, so liegt dieses mittlerweile bei 1941 Euro.

Rentner nur schwach betroffen

Verluste müssen nicht nur Geringqualifizierte erleiden, sondern auch Akademiker. Selbst mit einem Hochschulabschluss hat man heute weniger in der Tasche als noch vor sechs Jahren. Besser sieht die Situation im Fall der Rentner aus, was mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit zusammenhängt. Da in letzter Zeit mehr Menschen in Arbeit gebracht werden konnten, steigen die Einnahmen der Rentenkasse. Somit steigen auch die Renten, von denen ältere Menschen momentan profitieren. Allerdings erweist sich auch hier die Inflation als Gefahr bringend. Sie kann lediglich im Osten Deutschlands mittels der Rentenerhöhung ausgeglichen werden, während im Westen die Gewinne aufgrund der Inflation schwinden.

Änderung nicht in Sicht

Dass sich an dieser prekären Situation etwas ändert ist eher unwahrscheinlich. Mit einem starken Anstieg der Löhne ist nicht zu rechnen. Wenn es dazu kommt, dann geschieht dies in nur sehr kleinen Schritten. Am Wahrscheinlichsten ist die Anhebung der Löhne im Bereich der nach Tarif bezahlten Vollzeitbeschäftigten. Bereits in diesem Jahr konnte diese Gruppe aufgrund von Sonderzahlungen, hoher Tarifabschlüsse und längerer Arbeitszeiten mehr Geld für sich behalten als noch im Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt mit, welches davon ausgeht, das dieses Niveau weiterhin anhält. Insgesamt sieht die Lage aber bedrückend aus, weil die Inflation weiterhin ansteigt. Daran dürfte sich auch nichts ändern, denn am Donnerstag letzter Woche senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins, der nun bei 1,25 Prozent liegt. Gegen Ende des Jahres ist eine weitere Senkung geplant. Somit werden die Weichen dafür gelegt, mehr Geld in Umlauf zu bringen. Für die Entwicklung der Reallöhne ist das nicht förderlich.

 

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