Mit Referenzen auf Jobsuche: Was Sie bei Empfehlungsschreiben beachten sollten
Eintrag vom: 07.11.2011
„Würden Sie für mich bürgen?“
Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem Job sind oder es waren, haben Sie diese Frage eventuell schon mal gestellt. Was ist schließlich wertvoller als jemand, der sagt, ja, auf jeden Fall, dies ist die beste Person für diese Aufgabe? Während derartige Empfehlungen im britischen und amerikanischen Sprachraum längst Usus sind, werden sie im deutschsprachigen Raum bisher noch eher selten gefordert. Warum es Ihnen dennoch nützt, sich kurz damit zu befassen? Weil sich die derzeitige Praxis, erstens, durchaus ändern kann und weil Sie, zweitens, einen Wettbewerbsvorteil für sich herausschlagen können, wenn Sie bei einer Bewerbung ein wohlformuliertes Empfehlungsschreiben vorlegen (und die anderen nicht). Bedenken Sie, dass im Unterschied zum Arbeitszeugnis prinzipiell jeder ein solches verfassen kann, es muss nicht Ihr Chef sein. Sie können sich zum Beispiel von Ihrem Chorleiter aufgrund Ihrer Sozialkompetenz und Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit empfehlen lassen, von Ihrem Professor die Hiwi-Tätigkeit schönschreiben oder von einem befreundeten Politiker irgendwelche anderen Qualitäten bescheinigen lassen. Beachten Sie dabei Folgendes:
Keine Überraschungen
Sorgen Sie dafür, dass diejenigen, die für Sie einstehen, nicht überrascht werden. Oder wie würden Sie es finden, wenn irgendwann irgendwer bei Ihnen anruft und nach Ihrer Meinung zu jemandem fragt, mit dem Sie vor ein paar Jahren zusammen gearbeitet haben? Genau. Deshalb: Fragen Sie die Person, deren Wort für Sie stehen soll, bevor Sie sie als Referenz angeben. Ja, das ist eigentlich selbstverständlich, aber manchmal vergisst man so wichtige Kleinigkeiten. Wenn es dann soweit ist, dass sich der Personalchef nach Ihrem Chorleiter erkundigt, geben Sie diesem Bescheid, damit er sich auf einen etwaigen Anruf einstellen kann. Zur Überraschungsprävention gehört auch, dass Sie die Kontaktinformationen der empfehlenden Person erst auf Anfrage herausgeben – solche Dinge gehören nicht in den Lebenslauf!
Keine langen Pausen
Wenn Sie dann in Ihrer Karriere Fortschritte machen, kommt dieser ehrenvolle Posten des Referenzgebers womöglich auch auf Sie zu. Allerdings vergessen wir für uns unwichtige Informationen relativ schnell. Um sich die Sache zu erleichtern und keinen falschen Eindruck zu erwecken, lassen Sie sich eine Art Spickzettel geben. Das gleiche gilt natürlich auch umgekehrt: Machen Sie Ihrer Referenzperson rechtzeitig die wichtigsten Informationen über sich verfügbar, damit am Telefon keine langen Pausen entstehen, die Fragen aufwerfen könnten. Das kann zum Beispiel Ihr Lebenslauf sein, je nachdem, bei wem Sie sich welche Qualitäten bescheinigen lassen. Ein persönlicher Vermerk, welche Ihrer Qualitäten hervorgehoben werden sollten, erleichtert die Sache.



