Vier Regeln für den Erfolg in volatilen Märkten
Eintrag vom: 28.11.2011
In Zeiten, in denen Computerprogramme innerhalb von Sekundenschnelle Trades ausführen, ist es für individuelle Investoren nicht einfach, Schritt zu halten - besonders in volatilen Zeiten. Die Rückbesinnung auf klassische Tugenden kann aber dabei helfen, den eigenen Stand zu wahren.
Das Hauptrisiko für individuelle Investoren sind volatile Märkte. Der Volatilitätsindex VIX der CBOE notiert nahe an seinem 52-Wochen-Hoch - der quantitative Beweis dafür, daß die Märkte volatil sind, wie lange nicht mehr.
Als individueller Investor ist es unmöglich, mit den professionellen Tradern mitzuhalten - zu groß ist deren Geschwindigkeitsvorsprung durch die Unterstützung entsprechender Software. Daher gilt es, besonders in volatilen Zeiten die Nische zu suchen: das heißt dem Intra-Day-Trend mit ein bis zwei Trades pro Tag zu folgen und sich längerfristig zu orientieren. Das bringe letztendlich den Erfolg.
Das mittlerweile verbreitete computergestützte High-Frequency-Trading (HFT) wird oft als mögliche Ursache erhöhter Volatilität genannt, die Diskussion um den Wahrheitsgehalt dieser These ist aber noch lange nicht beendet. Fakt ist, daß HFT 55% aller Transaktionen an den US-Aktienmärkten ausmacht und das Phänomen daher sehr real ist. Privatanlegern bleibt also nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden - dabei kann es helfen, sich an vier alte Grundregeln zu erinnern.
Regel Nr. 1 - Limit-Orders benutzen
Für den Erfolg unerläßlich ist ein gutes Risikomanagement. Limit-Orders können helfen, das Risiko zu reduzieren, indem man mit Hilfe dieser leicht über dem aktuellen Marktpreis in ein Wertpapier einsteigt. Dadurch kauft man mit dem Trend, nicht dagegen. Ein Beispiel: in den USA bei Day-Tradern beliebt ist der PowerShares QQQ Trust, ein ETF, der den Nasdaq-100 nachbildet und entsprechend hohe Intra-Day-Volatilität aufweist. Eröffnet der Fond über dem Schlußkurs des Vortages, so steigt man ein, eröffnet er hingegen darunter, shortet man: so liegt man immer im Trend.
Was Stop-Loss-Orders belangt, gehen die Meinungen auseinander. Während einige Trader sich gegen diese aussprechen, da sie bei Ausführung eine Eigendynamik entwickelten und es sinnvoller sei, das Risiko durch kleine Positionen zu begrenzen, empfehlen andere Experten Stop-Loss-Orders dringend, um sich gegen übermäßige Verluste abzusichern.
Regel Nr. 2 - Kosten niedrig halten
HFT hat auch Vorteile - besonders in volatilen Zeiten sind die Spreads sehr gering und die Transaktionskosten damit sehr niedrig. Während sich die Aktie früher ein ganzes Stück positiv für den Anleger entwickeln mußte, um die anfallenden Gebühren und auch Steuern wieder auszugleichen, genügen heute bereits kleine Kursänderungen. Dennoch sollte man auch um Kosten zu sparen seine Trades pro Tag begrenzen. Um der Volatilität ein wenig zu entgehen, empfiehlt es sich überdies, Technologie-Werte zu meiden, da diese verstärkt von HFT-Tradern beachtet werden. Konservative Werte hingegen weniger.
Regel Nr. 3 - bei den Hochs einsteigen
Wenn die Aktie eines fundamental gut bewerteten Unternehmens mit solidem Wachstum bei ausreichendem Handelsvolumen ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht, steigen viele institutionelle Anleger ein. Daher macht es Sinn, täglich nach neuen Hochs zu suchen, auch wenn dies zurzeit schwierig ist, da sich die Märkte seitwärts bewegen. Ebenso sollte man auf Aktien achten, die aus ihrer gewohnten Preisspanne nach oben ausbrechen. Bei Leerverkäufen gilt diese Logik in umgekehrter Weise.
Regel Nr. 4 - Wissen, wann man gehen sollte
Sicherlich eine der fundamentalsten Regeln - wissen, wann genug ist. In der Praxis bewährt ist hier die "Cup-and-Handle"-Strategie, nach welcher der Preis einer Aktie nach Erreichen eines neuen Hochs zunächst leicht fällt, um dann weiter zu steigen. Wichtig ist hier, erst wirklich dann zu verkaufen, wenn der neue Anstieg beginnt - und damit eventuell die Position über Nacht zu halten.
Bewegt sich eine Aktie mehr als 1% am Tag, ist es zudem ratsam, die Position erst am Ende des Tages zu schließen - in 70% aller Fälle folgt der Schlußkurs dem Tagestrend.



