Fünf Anlage-Strategien mit einem Kapitaleinsatz von weniger als 3.000 €
Eintrag vom: 07.12.2011
Es ist zugegeben einfacher, mit höheren Beträgen Geld als Trader zu verdienen: bei nur geringen Einsätzen fressen Order-Gebühren und Spreads die Gewinne schnell wieder auf oder erhöhen im schlimmsten Fall sogar die Verluste. Dennoch kann man auch mit weniger als €3.000 an den Finanzmärkten teilhaben: Diese zu begreifen ist eine lebenslange Aufgabe und auch aus Verlusten lernt man. Sollten Sie also Geld verlieren, betrachten Sie dies als "Studiengebühren." Es folgen fünf mögliche Strategien, geordnet nach Risiko-Level.
1. Überlegen, Planen, Studieren
Als ersten Schritt sollten Sie die Finanzmärkte kennenlernen und mit Leuten sprechen, die dort bereits aktiv sind - dadurch lernen Sie die Chancen und Risiken von Aktien, Anleihen und Derivaten kennen und können auch interessante Investment-Ideen in Erfahrung bringen. Investment-Clubs oder Börsenspiele im Internet, bei denen Sie ohne echtes Geld handeln können, eignen sich hervorragend dazu. Das Ziel ist es dabei nicht, Geld zu verdienen, sondern Wege zu finden, Geld für sich arbeiten zu lassen.
Risiko: keins.
2. In Fonds investieren
Investments in klassische Fonds sind der einfachste Weg, ohne viel Geld sinnvoll zu investieren. Fonds sind bereits diversifiziert, relativ kostengünstig und eignen sich für lange Anlagehorizonte. Durch den Handel mit Fonds können Sie sich nicht zuletzt auch zusätzliches Wissen über Industrien, Indizes, Diversifizierung und Dividenden aneignen. Wählen Sie möglichst Fonds ohne Ausgabeaufschlag - diese sind wesentlich günstiger.
Risiko: mittel. Fonds werden zwar professionell verwaltet, wenn sich die enthaltenen Werte aber schlecht entwickeln, werden Sie trotzdem Geld verlieren. Für Novizen dennoch gut geeignet.
3. In ETFs investieren
Exchange-Traded Funds ähneln klassischen Fonds, werden aber wie Aktien an der Börse gehandelt. Vermeiden Sie hier gehebelte ETFs - diese weisen ein weitaus höheres Risiko auf. Am besten eignen sich Index-Fonds, z.B. auf den DAX. Diese sind bilden im Wesentlichen einen Index nach, sind passiv gemanaget und daher kostengünstig. Wie bei Aktien schwanken die Preise von ETFs täglich. Vorteile sind neben geringen Kosten auch eine hohe Liquidität und eine gute Diversifizierung.
Risiko: hoch bis mittel. Je nach gewähltem ETF kann dieser wie Aktien auch plötzlich abstürzen.
4. In eine einzelne Aktie investieren
Viele Direktbanken bieten mittlerweile kostenlose oder sehr günstige Live-Trading-Accounts an, die Sie auch bereits mit kleinen Beträgen nutzen können. Investieren Sie hier €1.000 in eine einzelne Aktie und erleben Sie den Nervenkitzel des Tradings hautnah mit.
In eine einzelne Aktie zu investieren erscheint zunächst hochgradig leichtsinnig, weil Sie damit überhaupt nicht diversifiziert sind. Sie lernen beim Traden aber den Markt, die richtigen Zeitpunkte zum Ein- und Ausstieg sowie Stütz- und Resistenzlinien kennen. Für die Wahl der Aktie stützen Sie sich am besten auf die Fundamentaldaten des Unternehmens.
Sog. "Penny Stocks" - also Aktien, die für weniger als €3 gehandelt werden - erscheinen zunächst verlockend, sind allerdings auch sehr risikobehaftet. Im schlimmsten Falle droht der Totalausfall.
Eine anspruchsvolle Strategie sind Leerverkäufe mit US-Account (Sie profitieren, wenn der Preis der Aktie sinkt) von Titeln, deren Kurs mehr von kurzfristigen Entwicklungen als von Fundamentaldaten beeinflußt wird. Anfängern sei aber davon abgeraten: beim Kauf von Aktien sind die Gewinne theoretisch unbegrenzt, der Verlust aber auf den Einsatz begrenzt. Die Leerverkäufen ist es umgekehrt: der Gewinn ist endlich, die Verluste theoretisch unendlich. Bei Leerverkäufen leihen Sie eine Aktie, um diese sofort wieder zu verkaufen. Die Absicht ist, die Aktie dann zu einem günstigeren Kurs zurückzukaufen und die geliehene Position damit zu decken. Die Differenz zwischen beiden Preisen ist Ihr Gewinn.
Risiko: hoch. Mit einer Aktie sind Sie nicht diversifiziert; von Leerverkäufen und Penny Stocks sei Anfängern generell abgeraten (dennoch ist es wichtig zu wissen, daß es diese Profitmöglichkeiten gibt).
5. In Optionen investieren
Sobald Sie sich am Aktienmarkt auskennen, ziehen Sie Optionen in Betracht. Optionen werden im Allgemeinen als zu riskant betrachtet, in Wahrheit aber sind viele Options-Strategien weniger risikoreich als Aktienkäufe. Optionen haben zudem den Vorteil, daß Sie bereits vor dem Trade oft genau wissen, wieviel Sie gewinnen oder verlieren können.
Eine der bekanntesten Strategien ist der Verkauf von sog. "Covered Calls" auf eine Aktie, die Sie selbst besitzen - dadurch erwirtschaften Sie ein konstantes Einkommen. Der Kauf von Put- oder Call-Optionen hingegen ist sehr spekulativ.
Wenn Sie ausreichend Erfahrung und Wissen gesammelt haben, können Sie durch richtige Optionsstrategien Ihre Aktienpositionen gegen Verluste schützen oder Options-Spreads erwerben. Generell gilt aber: informieren Sie sich genau über mögliche Risiken, bevor Sie in den Options-Handel einsteigen.
Risiko: hoch, Totalverlust möglich. Bei Put- oder Call-Optionen gilt es, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu wählen, was sehr schwer ist.



