Eine einfache Strategie zur Optimierung Ihrer Gewinne
Eintrag vom: 23.10.2011
Optionen.
Dies ist ein Wort, das einen entweder vor Angst schaudern oder in Vorfreude erzittern lassen kann. Optionsverträge stehen in dem nicht unverdienten Ruf, beide Seiten des Spektrums zu bedienen: Sie sind sowohl das verrückte, risikoreiche Investitionswerkzeug als auch dasjenige, das man besser den Senkrechtstartern bei Goldman Sachs überlässt, die einen Doktor in Mathe und Supercomputer zur Verfügung haben. Auf den Business-News-Kanälen im Fernsehen und im Internet läuft die Werbung für „Schulen“, die das Trading mit Optionen lehren, in Endlosschleife. Sie erwecken den Eindruck, als sei das Geschäft mit Optionen ein todsicheres Ding – etwa so, wie Day-Trading einst ein todsicheres Ding sein sollte.
Natürlich ist das einzig Sichere an diesen beiden Strategien, dass die meisten Leute, die sich daran versuchen, ihr letztes Hemd verlieren werden. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, mit Optionen zu handeln, die alles andere als verrückt und riskant sind. Tatsächlich gibt es eine Optionsstrategie, die Ihrem Portfolio im Lauf der Zeit mit ziemlicher Sicherheit etwas zusätzliches Geld hinzufügen kann, ohne gleichzeitig auch das Risiko übermäßig zu steigern.
Eine einfache Options-Strategie für alle
Manche Optionsstrategien sind wirklich sehr komplex, aber diese ist anders. Die Technik namens covered call writing (gedeckter Short Call, gedecktes Stillhaltergeschäft) wurde bisher wenig von Privatinvestoren genutzt, obwohl sie eine der einfachsten und risikoärmsten Optionsstrategien ist, die es gibt. Sie ist perfekt für Zeiten wie diese, in denen man auf wenig riskante Investitionen wie Bluechip-Dividenden-Aktien setzt, also solchen, bei denen man über einen bestimmten Zeitraum auf jeden Fall Profite macht.
Beim covered call writing übergibt man jemandem das Recht, ein Basisobjekt -das sich allerdings im eigenen Besitz befinden muss- zu einem bestimmten Preis und zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. (Besitzt man das Basisobjekt nicht, so nennt sich das ein „naked call“ und enthält, ähnlich wie das nackte Herumlaufen in der Öffentlichkeit, hohe Risiken wie große Verluste und Peinlichkeit.)
Zusammengefasst funktioniert das Ganze so: Alle paar Monate verdient man etwas zusätzliches Geld, indem man jemanden das Recht verkauft, die eigenen Aktien zu erwerben, und zwar zu einem Preis, den sie wahrscheinlich nicht erreichen werden, bis die Option ausläuft. Dieses Vorgehen, drei- bis viermal im Jahr angewendet, kann die eigenen Einnahmen um einige Prozent steigern – ohne irgendein zusätzliches Verlustrisiko. Und ja, das ist legal und absolut vertretbar – und verdammt einfach. Sehen wir es uns einfach mal an.
Suchen Sie sich ein Unternehmen für den covered call aus.
Beginnen wir damit, eine Aktie auszusuchen. Und zwar nicht irgendeine: Wir wollen eine große, stabile Aktie, die sich langsam bewegt – aber mit Dividende, die auch unserem Ertrag zu Gute kommt. Denken Sie an die großen Namen. Wenn Sie von denen noch keine Aktie besitzen, beginnen Sie jetzt, indem Sie sich eine aussuchen und Anteile daran erwerben. Sagen wir, Sie kaufen 200 Anteile von Chevron für 100 US-$. Nehmen Sie solche Aktien, bei denen Sie davon ausgehen, dass sie in den nächsten paar Monaten höchstwahrscheinlich weder in den Sturzflug gehen noch rasant ansteigen werden. (Wenn Sie allerdings einen schnellen Aufstieg für möglich halten, ist das kein Kandidat für diese Strategie. Nehmen Sie in dem Fall unbedingt eine andere Aktie, sonst ärgern Sie sich –siehe unten.) Nun können Sie in Ihrem Online-Brokerage nachsehen, wie die gegenwärtigen Optionspreise sind. Wie ich bei mir gerade sehe, verkaufen sich die 110 US-$ January calls auf Chevron für gegewärtig 1.37 US-$. Das bedeutet, dass Sie zwei calls ausschreiben können –jede Option deckt 100 Anteile-, die jemandem das Recht geben, zwischen jetzt und Mitte Januar diese Chevron-Anteile von Ihnen für 110 US-$ pro Anteil zu kaufen, und Sie können diese für 1,37 US-$ pro Stück verkaufen, oder 274 US-$ insgesamt.
Drei Ergebnisse
Was kann also passieren, wenn Sie diese calls ausschreiben? Es gibt drei – und zwar genau drei – mögliche Ergebnisse:
Die Aktie steigt. Sie geht weit über 110 US-Dollar und jemand führt die calls aus. Sie könnte sich im Januar für 150 US-$ verkaufen, aber Ihr Profit wäre durch den Verkauf begrenzt auf 15 US-$ pro Anteil, plus die 1.37 US-$ pro Anteil für die calls, plus die Dividende, die Sie in der Zwischenzeit einstreichen. Sie könnten natürlich traurig sein, dass Ihnen das bessere Geschäft entgangen ist. Trotzdem bekommen Sie 11 US-$ pro Anteil, das sind 11% - ein ziemlich guter Ertrag für eine Bluechip-Aktie, die man nur für ein paar Monate besessen hat.
Die Aktie sinkt. Das ist ein Risiko, das bekanntermaßen jeder Aktie zu Eigen ist. Aber Sie haben es in Kauf genommen, als Sie die Aktie erwarben, und wenigstens haben Sie 1.37 US-$ pro Anteil verdient. Außerdem können Sie immer noch zwei weitere calls ausschreiben, nachdem die jetzigen im Januar ausgelaufen sind.
Die Aktie bleibt stabil. Wenn Sie die richtige Aktie gewählt haben, ist dies das wahrscheinlichste Ergebnis. Das Fazit ist, dass Sie eine stabile Aktie in einer Zeit großer Volatilität gehalten und eine Dividende eingenommen haben, außerdem die zusätzlichen 1.37 US-$ pro Anteil durch das Ausschreiben von calls, die nicht ausgeführt wurden. Und nach deren Auslaufen können Sie das Prozedere einfach wiederholen.
Schlussendlich besteht das einzige Risiko – abgesehen von dem sämtlichem Aktienbesitz ganz allgemein innewohnenden - darin, dass Sie die fetten Profite verpassen, falls die von Ihnen gewählte Aktie überraschend ansteigt. Aber wie oben schon gesagt, wenn Sie die Vermutung haben, dass dem so sein könnte, sollte Sie die betreffende Aktie nicht für diese Strategie wählen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Es dauert ein paar Minuten, diese Strategie ein paar Mal im Jahr auszuführen, und schon haben Sie 3 Prozent oder mehr zu Ihren Profiten hinzugefügt. Legen Sie diese wiederum in einer Aktie wie der von Chevron an, und Sie können über 6 Prozent machen – nicht allzu schlecht für eine „langweilige“ Aktie auf einem harten Markt.



